Der Tag, an dem ich mein LAN killte
Lokales Netzwerk abgeschaltet und nur noch 4G genutzt
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- Willem L. Middelkoop
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- The day I killed my LAN
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- De dag dat ik mijn LAN uitzette
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- El día que maté mi LAN
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- Le jour où j'ai tué mon LAN
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- Il giorno in cui ho ammazzato la mia LAN
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- O dia em que matei a minha LAN
- Papiamentu
- E dia ku mi a mata mi LAN
- Frysk
- De dei dat ik myn LAN útsette
- Sprachen
- Aus dem englischen Original von einem Sprachmodell in zwei Durchgängen (Übersetzung und Korrektur) mit Glossar und Rechtschreibprüfung übersetzt; noch nicht von einem Muttersprachler gelesen.
Zusammenfassung
Heute habe ich bei meinem Anbieter angerufen und den ADSL-Internetanschluss meines Büros gekündigt, ich brauche ihn nicht mehr. Mein lokales Netzwerk ist abgeschaltet und mein Workflow läuft jetzt komplett über mobiles Internet. Wie einfach das ist und wie viel es spart, hat mich so überrascht, dass ich einen Blogbeitrag darüber geschrieben habe.
Volltext
Der Internetmensch
Ohne Zweifel nutze ich das Internet intensiv. Ich entwickle beruflich Internetanwendungen und bewege jede Woche Gigabytes an Daten. Man sollte meinen, dass ausgerechnet ich einen schnellen, dedizierten Internetanschluss im Büro brauche, oder?
Falsch! (Ich war selbst überrascht!) In den letzten Jahren hat sich mein Workflow geändert. Früher habe ich die schwere Arbeit auf einer lokalen Workstation erledigt und viele Gigabytes herunter- und hochgeladen. Jetzt habe ich keine lokale Workstation mehr, sondern arbeite stattdessen auf einer Workstation in der Cloud.
Weil meine Daten schon online liegen, muss ich sie nicht mehr lokal herunter- und hochladen. Das senkt den Bedarf an einer schnellen (lokalen) Internetverbindung enorm. Ich bewege immer noch viele Daten, aber sie bewegen sich "innerhalb der Cloud", von einem schnellen Internetserver zum nächsten.
In gewisser Weise arbeite ich jetzt mit dem Internet wie ein Fluglotse mit Flugzeugen. Der Fluglotse steuert den Verkehr, besitzt aber weder einen Flughafen noch eine Landebahn.
Das Büro und sein LAN
In meinem Büro in Amsterdam programmiere ich und entwickle Websites. Folgende vernetzte Geräte gehören dazu:
- ADSL-Internetanschluss
- Telfort ADSL-Modem (Experiabox V8, 100 MB down / 10 MB up)
- Apple Airport Extreme (Router / 1-GB-Switch / 5-GHz-WiFi)
- HP Laserjet Netzwerkdrucker
- Canon Canoscan Scanner
- Onkyo TX-8050 Netzwerk-Audio-Receiver
- AppleTV für AirPlay-Streaming
- Samsung HD-Fernseher
- 3 TB lokaler Dateiserver (NAS)

Bevor ich mein LAN abschalten konnte, musste ich alle diese Geräte überflüssig machen.
Papierloses Büro
Schon früher bin ich auf digitale Verwaltung umgestiegen: Rechnungen fotografieren und eigene Rechnungen als PDF per E-Mail verschicken. Anfang dieses Jahres habe ich angefangen, auf dem iPad mit dem Apple Pencil zu skizzieren, zu zeichnen und zu entwerfen. Ich nutze kein Papier mehr und mag das. Hier kannst du darüber lesen. Das spart Bäume und Toner und macht Drucker und Scanner praktisch überflüssig.

Workstation und Dateien in der Cloud
Seit ich mit iOS als Produktionsplattform experimentiere, habe ich meinen Programmier- und Test-Workflow auf einen virtuellen privaten Server (VPS) in der Cloud verlegt. Dadurch kann ich von so ziemlich jedem Gerät aus arbeiten, sogar von einer Apple Watch, wie ich hier beschrieben habe. Es bedeutet auch, dass ich keinen lokalen Dateiserver mehr brauche: Ein Online-Cloud-Server hat ihn ersetzt.

AppleTV und Samsung-Fernseher
Früher habe ich ein AppleTV zusammen mit einem großen 55-Zoll-Samsung-Fernseher benutzt, um Webinhalte zu testen und vorzuführen. Kunden die eigenen Werke auf einem großen Bildschirm vorzuführen, klingt nach einer guten Idee, aber weil immer mehr Touch-Interaktion gefragt ist, hat sich das TV-Setup von selbst erledigt. Heute passieren Tests und Präsentationen auf den echten Geräten, und die meisten davon sind Tablets und Smartphones.
Büromusik
Das hängt natürlich vom persönlichen Geschmack ab, aber ab und zu mag ich Musik im Büro. Von minimalistischen elektronischen House-Beats (wie deepmix.ru) bis zu gelegentlichen "Destroy-it-all"-Gitarrenriffs von Metallica. Der Onkyo-Netzwerk-Receiver ist ein vielseitiges Gerät mit vielen Ein- und Ausgängen. Aber um gute Musik zu hören, brauchst du nicht all seine Funktionen: Ein einfacher Stereo-Receiver mit einer Dockingstation für iPhone oder iPod bietet so ziemlich dasselbe.


Internetverbindung
Bei all dieser Cloud-Magie brauche ich trotzdem eine Internetverbindung. Aber muss es unbedingt ein fester ADSL-Anschluss mit eigenem WiFi-Router sein? Mein fester ADSL-Anschluss schafft 100 MB down und 10 MB up. Modernes mobiles 4G+-Breitband bringt es auf bis zu 225 MB!
Das Coole daran: Mein Mobilfunkanbieter bietet eine zusätzliche SIM-Karte für nur 5 € pro Monat an, die am Datentarif meines Smartphones mitläuft. Der Einfachheit halber nutze ich diese separate SIM in meinem iPad und Laptop, aber du könntest die Daten-SIM auch weglassen und stattdessen einen mobilen Hotspot einrichten.
Einsparungen
Das "Gefährliche" an Netzwerkgeräten ist, dass sie immer eingeschaltet sind. Obwohl sie pro Stunde wenig Strom brauchen, kommt über die vielen Betriebsstunden im Jahr ein beachtlicher Verbrauch zusammen. Rechnen wir mal:
- ADSL-Internetmodem ~ 10 W
- Apple Airport Extreme ~ 9 W
- HP Laserjet ~ 10 W (im Leerlauf)
- Onkyo-Receiver ~ 10 W (im Leerlauf, ohne Musik)
- Netzwerk-Dateiserver NAS ~ 35 W (im Leerlauf)
- AppleTV ~ 6 W
- Samsung Smart-TV ~ 0,3 W (im Standby)
Gesamter Dauerverbrauch: 80,3 Watt, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, zusammen 703.428 Wattstunden. Das sind 703 kWh im Jahr. Bei den aktuellen Energiepreisen in den Niederlanden von ± 0,20 € pro kWh macht das eine Ersparnis von 140 € pro Jahr.
Aber das ist noch nicht alles: Ohne lokales Netzwerk kannst du auch dein Internet-Abonnement kündigen. Bei mir kostet der Telfort-ADSL-Anschluss 30 € pro Monat, also 360 € pro Jahr.
Zusammen sind das 500 € Ersparnis pro Jahr. Für ein großes Unternehmen ist das vielleicht nicht weltbewegend, aber wenn du ein kleines Büro wie meins hast, kann es sich lohnen, zumal es dich funktional praktisch nichts kostet. (Als Bonus bekommst du ein aufgeräumteres Büro mit weniger Kabeln und Geräten.)
Einschränkungen
Die meisten mobilen Internetverbindungen haben ein Datenlimit. Ob das ein Problem ist, hängt von deinem eigenen Workflow ab. Ich stoße nicht an das Limit, weil ich die "schwere Arbeit" innerhalb der Cloud erledige (Datentransfer von Internet zu Internet statt Uploads von lokal ins Internet). Für die gelegentliche Ausnahme habe ich mein WiFi zu Hause, oder ich gehe in ein Café und trinke einen schönen Latte Macchiato, während ich "Big-Byte"-Dinge erledige.
Fazit
Ich suche immer nach Wegen, Kosten zu senken und gleichzeitig Flexibilität und Produktivität zu steigern. Das Abschalten meines lokalen Netzwerks hat genau das gebracht: Ich spare Geld, und mein Workflow ist im Büro und unterwegs jetzt derselbe.
Ich bin gespannt, was der nächste Schritt wird. Das Büro gegen einen schönen tropischen Strand tauschen vielleicht? :-)
